Ratgeber · Perserteppiche und Kelims

Teppich vor dem Verkauf reinigen? Was sinnvoll ist

Bevor ein Teppich verkauft wird, möchten viele Besitzer ihn möglichst ansehnlich präsentieren. Doch nicht jede Reinigung ist sinnvoll, und manche Mittel richten mehr Schaden an, als sie nützen. Hier erfahren Sie, was vor einer Bewertung genügt und wovon Sie besser die Finger lassen.

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Perserteppiche und Kelims

Grundsatz: Erst bewerten, dann reinigen

Für eine Bewertung muss ein Teppich nicht frisch gewaschen sein. Ein erfahrener Ankäufer erkennt auch unter einer Staubschicht, aus welcher Region ein Teppich stammt und wie gut er erhalten ist. Eine professionelle Wäsche kostet dagegen Geld, und dieses Geld kommt beim Verkauf nicht immer wieder herein.

Hinzu kommt, dass eine Reinigung den Zustand verändern kann. Farben können ausbluten, Kanten können aufgehen, und bereits vorhandene Schäden werden manchmal erst sichtbar. Es ist deshalb klüger, den Teppich zunächst in seinem jetzigen Zustand einschätzen zu lassen und erst danach zu entscheiden, ob eine Wäsche überhaupt nötig ist.

Was Sie selbst tun können

Eine schonende Grundpflege schadet nicht und sorgt dafür, dass der Teppich auf Fotos und bei der Besichtigung einen guten Eindruck macht. Nehmen Sie sich dafür etwas Zeit und arbeiten Sie lieber mehrmals sanft als einmal mit viel Kraft. Diese Maßnahmen sind unbedenklich:

  • Vorder- und Rückseite mit dem Staubsauger ohne rotierende Bürste absaugen
  • immer in Florrichtung saugen, also mit dem Strich
  • Fransen nicht einsaugen, sondern vorsichtig mit der Hand glätten
  • den Teppich einige Stunden an einem trockenen Ort lüften
  • feuchte Stellen gut durchtrocknen lassen, jedoch nicht auf der Heizung
  • frische Flecken mit einem hellen Tuch und klarem, lauwarmem Wasser abtupfen

Was Sie besser lassen sollten

Viele Haushaltsmittel sind für maschinell gefertigte Auslegware gedacht und nicht für handgeknüpfte Wolle oder Seide. Sie greifen die Fasern an, lösen die Farben oder hinterlassen Rückstände, die später Schmutz anziehen. Selbst gut gemeinte Hausmittel wie Salz oder Essig können bei Naturfarben Flecken und Ränder verursachen. Verzichten Sie deshalb auf Folgendes:

  • Dampfreiniger und Waschsauger
  • Teppichshampoo, Sprühreiniger und Fleckenentferner aus dem Supermarkt
  • Bleichmittel und scharfe Haushaltsreiniger
  • Waschen in der Badewanne oder mit dem Gartenschlauch
  • Fransen abschneiden oder Kanten selbst kleben
  • Ausklopfen mit starken Schlägen bei älteren, empfindlichen Stücken

Wann eine professionelle Wäsche sinnvoll ist

Eine Fachwäsche lohnt sich vor allem bei wertvollen Teppichen, die stark verschmutzt sind oder die Sie behalten möchten. Achten Sie dann auf einen Betrieb, der Orientteppiche von Hand wäscht und Erfahrung mit Naturfarben hat. Eine Reinigung zusammen mit gewöhnlichen Teppichböden ist für handgeknüpfte Stücke ungeeignet.

Wenn Sie ohnehin verkaufen möchten, sprechen Sie das Thema am besten vorher mit uns an. Oft ist es für Sie günstiger, den Teppich ungewaschen anzubieten. Der Käufer kann dann selbst entscheiden, ob und wie er ihn aufbereiten lässt. Das gilt besonders für Teppiche mit Schäden an Kanten oder Fransen, die ohnehin erst repariert werden müssen, bevor eine Wäsche sinnvoll ist. Reparatur und Reinigung lassen sich dann in einem Arbeitsgang erledigen.

Motten, Gerüche und Feuchtigkeit

Bei Teppichen, die lange unter Möbeln lagen oder eingelagert waren, lohnt sich ein Blick auf mögliche Mottenschäden. Typisch sind kahle Stellen im Flor, oft an Kanten oder dort, wo selten gesaugt wurde. Ist ein Befall erkennbar, lagern Sie den Teppich getrennt von anderen Textilien und sagen Sie es bei der Anfrage offen dazu.

Auch Gerüche von Rauch, Haustieren oder Feuchtigkeit gehören zu den Dingen, die wir wissen sollten. Sie lassen sich oft beheben, beeinflussen aber den Aufwand. Bis zur Abholung bewahren Sie den Teppich am besten gerollt statt gefaltet auf, an einem trockenen Ort und nicht in luftdichter Plastikfolie. Beim Falten entstehen Knicke, an denen Kette und Knoten auf Dauer brechen können, und unter Folie kann sich Feuchtigkeit sammeln, die Stockflecken verursacht.

Den Teppich so verkaufen, wie er ist

Bei uns müssen Sie Ihren Teppich nicht herrichten. Ein paar Fotos genügen für die Ersteinschätzung, und auf Wunsch kommen wir zu Ihnen, rollen den Teppich gemeinsam mit Ihnen aus und sehen ihn uns von beiden Seiten an. Dabei sagen wir Ihnen auch, ob eine Wäsche aus unserer Sicht etwas ändern würde. Sind Sie mit dem Angebot einverstanden, nehmen wir den Teppich gleich mit und zahlen bar.

Sie möchten verkaufen?Senden Sie uns Fotos für eine unverbindliche Ersteinschätzung – oder schicken Sie Ihre Stücke per Paket.

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Häufige Fragen

Steigt der Preis, wenn ich den Teppich vorher waschen lasse?

Nicht zwangsläufig. Bei vielen Teppichen deckt der mögliche Mehrerlös die Kosten der Wäsche nicht. Lassen Sie den Teppich deshalb zuerst bewerten und entscheiden Sie danach.

Darf ich einen Rotweinfleck selbst behandeln?

Frische Flecken tupfen Sie vorsichtig mit klarem, lauwarmem Wasser und einem hellen Tuch ab, ohne zu reiben. Auf Fleckenentferner und Salz sollten Sie verzichten. Alte, eingetrocknete Flecken überlassen Sie besser einem Fachbetrieb.

Kaufen Sie auch Teppiche mit Mottenschäden an?

Das hängt vom Umfang des Schadens und von der Qualität des Teppichs ab. Bei hochwertigen Stücken kann sich eine Restaurierung lohnen. Schicken Sie uns Fotos der betroffenen Stellen, dann sagen wir Ihnen, was möglich ist.

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