Ratgeber · Porzellan
Porzellanservice verkaufen: Was ist heute gefragt?
Fast in jedem Haushalt der Eltern- oder Großelterngeneration steht ein gutes Service, das nur zu Festtagen benutzt wurde. Beim Verkauf stellt sich dann die Frage, ob sich dafür überhaupt noch jemand interessiert. Die Antwort fällt sehr unterschiedlich aus, je nach Hersteller, Dekor und Zustand.
Der Markt hat sich verändert
Früher gehörte ein großes Speise- und Kaffeeservice zur Aussteuer. Heute decken viele Menschen ihren Tisch schlichter und kaufen Geschirr, das in die Spülmaschine darf. Deshalb gibt es auf dem Markt sehr viele Service, aber deutlich weniger Käufer für klassische Festtagsgeschirre. Das erklärt, warum manche Service, die einst teuer waren, heute nur einen bescheidenen Preis erzielen.
Das heißt aber nicht, dass Ihr Service keinen Wert hat. Die Nachfrage hat sich verschoben, und bestimmte Hersteller, Formen und Dekore sind weiterhin gesucht. Eine ehrliche Einschätzung bewahrt Sie vor falschen Erwartungen und hilft Ihnen zu entscheiden, ob ein Verkauf für Sie sinnvoll ist. Oft entscheidet schon die Bodenmarke darüber, ob ein Service eher als Sammlerstück oder als Gebrauchsgeschirr gilt.
Diese Service sind besonders gefragt
Nach unserer Erfahrung finden vor allem folgende Service Interessenten:
- Manufakturporzellan aus Meissen, KPM Berlin, Nymphenburg oder Fürstenberg, besonders mit aufwendiger Handmalerei
- Klassische Dekore wie das Meissener Zwiebelmuster, die von Sammlern gezielt ergänzt werden
- Designklassiker der Nachkriegszeit, etwa Rosenthal Form 2000, Arzberg Form 1382 oder das Service TAC von Walter Gropius
- Seltene oder nur kurz produzierte Dekore bekannter Hersteller
- Große, vollständige Service mit allen wichtigen Teilen
- Begehrte Einzelteile wie Terrinen, Kannen oder Platten, mit denen Sammler ihr eigenes Service vervollständigen
Was den Wert eines Service mindert
Porzellan ist robust, aber jahrzehntelanger Gebrauch hinterlässt Spuren. Manche davon fallen erst beim genauen Hinsehen auf. Prüfen Sie Ihr Service vor allem auf diese Punkte:
- abgeriebene Goldränder, häufig nach dem Spülen in der Spülmaschine
- kleine Abplatzungen an Rändern, Deckeln und Ausgüssen
- Haarrisse, die beim Anschlagen mit dem Fingernagel dumpf klingen
- verblasste oder zerkratzte Dekore auf Tellern
- geklebte oder restaurierte Teile
- fehlende Hauptstücke wie Kanne, Zuckerdose oder Terrine
Vollständigkeit: Warum Zählen sich lohnt
Ein Service wird meist für sechs oder zwölf Personen gerechnet. Für Käufer ist wichtig, wie viele Gedecke wirklich vorhanden sind und ob die Teile zusammenpassen. Ein Kaffeeservice wirkt erst mit Kanne, Milchkännchen und Zuckerdose vollständig, ein Speiseservice mit Terrine, Platten und Schüsseln. Fehlen diese Hauptstücke, sinkt das Interesse spürbar.
Bevor Sie das Service anbieten, lohnt sich deshalb eine einfache Liste. Notieren Sie, wie viele Speiseteller, Suppenteller, Dessertteller, Tassen und Untertassen vorhanden sind und welche Servierteile dazugehören. Prüfen Sie dabei auch, ob alle Teile denselben Dekor und dieselbe Bodenmarke tragen. Gelegentlich wurden im Lauf der Jahre Teile anderer Serien ergänzt.
Kleine Lücken sind übrigens kein Grund, auf einen Verkauf zu verzichten. Fehlen etwa zwei Tassen oder ein Teller, ist das bei älteren Servicen ganz normal. Wichtig ist nur, dass Sie den tatsächlichen Bestand ehrlich angeben, damit die Einschätzung am Telefon und die spätere Bewertung vor Ort zusammenpassen.
Verkaufen, behalten oder weitergeben?
Nicht jedes Service muss verkauft werden. Hängen Erinnerungen an dem Geschirr, kann es sinnvoll sein, einige Gedecke in der Familie zu behalten und nur den Rest anzubieten. Fragen Sie vorher in der Familie nach, ob jemand Interesse hat, denn ein einmal verkauftes Service lässt sich kaum zurückholen.
Wenn sich niemand findet, ist der Verkauf meist die bessere Lösung als eine jahrelange Lagerung im Keller. Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und Umzüge setzen Porzellan zu, und mit jedem beschädigten Teil sinkt der Wert. Bei einfachen Gebrauchsservicen ohne Sammlerinteresse kann eine Spende an ein Sozialkaufhaus eine gute Alternative sein. Wir sagen Ihnen offen, in welche Gruppe Ihr Service fällt.
Porzellanservice an Ankauf Allerlei verkaufen
Für eine erste Einschätzung reichen wenige Fotos: ein komplett gedecktes Gedeck, die Hauptstücke, eine deutliche Aufnahme der Bodenmarke und Ihre Teileliste. Schicken Sie uns diese per WhatsApp, E-Mail oder über das Formular. Weil ein Service schwer und zerbrechlich ist, kommen wir für die Abholung lieber zu Ihnen, statt es per Paket zu verschicken. Vor Ort sehen wir uns alle Teile an, erklären Ihnen unser Angebot und zahlen bei Einigung bar. Steht ein ganzer Haushalt zur Auflösung an, bewerten wir das Service gemeinsam mit allen anderen Stücken.
Ankauf PorzellanFotos per WhatsAppAnkauf per Paket
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Häufige Fragen
Lohnt es sich, einzelne Teile eines Service zu verkaufen?
Bei gesuchten Dekoren ja, denn Sammler ergänzen damit ihr eigenes Service. Bei weniger gefragten Serien sind Einzelteile dagegen schwer verkäuflich. Wir sagen Ihnen offen, welcher Fall bei Ihnen vorliegt.
Soll ich das Service vor dem Verkauf spülen?
Ein Abwischen von Staub genügt. Spülen Sie Teile mit Gold- oder Platinrand nicht in der Spülmaschine, weil das den Dekor beschädigen kann. Stärker verschmutzte Stücke reinigen Sie vorsichtig von Hand.
Kaufen Sie auch Service ohne bekannte Marke?
Wir sehen uns jedes Service an. Bei einfacher Gebrauchsware ist die Nachfrage allerdings gering, sodass ein Ankauf nicht immer möglich ist. Im Rahmen eines Nachlasses bewerten wir solche Stücke zusammen mit dem übrigen Haushalt.
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