Ratgeber · Musikinstrumente
Gitarre verkaufen: Seriennummer und Baujahr bestimmen
Bei Gitarren entscheiden Hersteller, Modell und Baujahr maßgeblich über den Wert. Den wichtigsten Schlüssel dazu liefert die Seriennummer. Hier lesen Sie, wo Sie sie finden, wie Sie sie deuten und welche weiteren Merkmale bei der Datierung helfen.

Wo die Seriennummer zu finden ist
Fast jede Markengitarre trägt eine Seriennummer. Je nach Hersteller und Bauart steht sie an unterschiedlichen Stellen. Die häufigsten Orte sind:
- Rückseite der Kopfplatte: eingeprägt oder aufgedruckt, etwa bei vielen Gibson-Modellen
- Vorderseite der Kopfplatte: als Aufkleber unter dem Lack, bei vielen jüngeren Fender-Gitarren
- Halsplatte: die Metallplatte, mit der bei älteren Fender-Modellen der Hals verschraubt ist
- Im Korpus: am Halsblock oder auf einem Zettel, sichtbar durch das Schallloch, etwa bei Martin
- Zettel in Hohlkörpergitarren: durch das f-Loch lesbar, bei vielen Jazzgitarren
- Rückseite des Korpus oder Zertifikat: bei manchen Herstellern zusätzlich
Wie man die Nummer deutet
Jeder Hersteller hat eigene Systeme, die sich im Lauf der Jahrzehnte teils mehrfach geändert haben. Bei vielen Gibson-Gitarren seit Ende der 1970er-Jahre enthält die achtstellige Nummer das Baujahr in der ersten und fünften Ziffer. Martin vergibt seit Langem fortlaufende Nummern, die sich über Tabellen einem Jahr zuordnen lassen. Bei Fender geben Buchstaben und Ziffern Hinweise auf Zeitraum und Herkunftsland, wobei sich manche Serien überschneiden.
Für eine verlässliche Datierung nutzen Sie am besten die Angaben der Hersteller und anerkannte Datenbanken. Eine Seriennummer allein ist allerdings kein Echtheitsbeweis. Gerade bei begehrten Modellen gibt es Kopien mit nachgemachten Logos und erfundenen Nummern. Deshalb vergleichen Fachleute die Nummer immer mit der Bauweise und den verbauten Teilen.
Weitere Hinweise auf das Baujahr
Wenn die Seriennummer fehlt oder nicht eindeutig ist, helfen andere Details. Bei vielen älteren E-Gitarren ist am Halsende, verdeckt vom Korpus, ein Datum gestempelt oder mit Bleistift notiert. Auch die Potentiometer der Elektronik tragen oft Codes, aus denen sich Hersteller und Herstellungszeitraum ablesen lassen. Diese Prüfungen sollten aber nur Personen vornehmen, die eine Gitarre fachgerecht zerlegen können.
Darüber hinaus verraten die Form des Logos, die Art der Mechaniken, die Tonabnehmer und der mitgelieferte Koffer viel über die Entstehungszeit. Originale Rechnungen und Garantiekarten sind besonders hilfreich, weil sie Datum und Händler belegen. Fragen Sie im Zweifel in der Familie nach, wann und wo die Gitarre gekauft wurde. Schon eine ungefähre Angabe wie Ende der Sechziger im Musikgeschäft am Ort kann die Einordnung erleichtern.
Deutsche Gitarren der 1950er- und 1960er-Jahre
Nicht nur amerikanische Marken sind gefragt. Deutsche Hersteller wie Höfner, Framus, Hopf oder Klira haben in den Nachkriegsjahrzehnten viele Gitarren und Bässe gebaut, oft in Bubenreuth und Umgebung. Bekannt ist etwa der Höfner-Violinbass, den Paul McCartney spielte. Auch Jazzgitarren mit gewölbter Decke und frühe E-Gitarren aus dieser Zeit haben heute ihre Liebhaber.
Bei diesen Instrumenten fehlen häufig eindeutige Seriennummern. Die Datierung erfolgt dann über Modellbezeichnungen, Ausstattung und Kataloge. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick von jemandem, der viele solcher Gitarren kennt.
Zustand und Originalität
Bei älteren Gitarren ist Originalität oft wichtiger als ein makelloser Zustand. Normale Spielspuren gehören dazu. Eine nachträgliche Neulackierung, getauschte Tonabnehmer oder ersetzte Mechaniken können den Sammlerwert dagegen deutlich senken. Bewahren Sie ausgetauschte Originalteile deshalb unbedingt auf und geben Sie sie mit.
Für Musiker zählt außerdem die Bespielbarkeit. Dazu gehören ein gerader Hals, ausreichend hohe Bundstäbchen, eine funktionierende Elektronik und keine Risse am Hals oder an der Kopfplatte. Ein Riss im Bereich der Kopfplatte ist bei manchen Modellen nicht selten und sollte bei der Anfrage erwähnt werden. Diese Punkte sollten Sie vorab notieren:
- bekannte Reparaturen, etwa an Hals oder Kopfplatte
- ausgetauschte Teile wie Tonabnehmer, Mechaniken oder Steg
- Neulackierung oder Veränderungen am Finish
- Zustand der Bundstäbchen und Spielbarkeit
- Funktion von Schaltern, Reglern und Buchse
- vorhandener Originalkoffer und Unterlagen
Gitarren und Zubehör bei uns verkaufen
Schicken Sie uns Fotos der ganzen Gitarre von vorn und hinten, der Kopfplatte von beiden Seiten und eine gut lesbare Aufnahme der Seriennummer. Haben Sie mehrere Instrumente, Verstärker oder Effektgeräte, bieten Sie diese gern zusammen an, dann bewerten wir alles als Paket. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung und vereinbaren auf Wunsch einen Termin, bei dem wir die Instrumente prüfen, unser Angebot erläutern und bar bezahlen.
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Häufige Fragen
Meine Gitarre hat keine Seriennummer. Ist sie wertlos?
Nein. Viele ältere Gitarren, vor allem deutsche Modelle der Nachkriegszeit, wurden ohne Seriennummer gebaut. Die Einordnung erfolgt dann über Bauweise, Ausstattung und Vergleichsstücke.
Sollte ich neue Saiten aufziehen, bevor ich verkaufe?
Das ist nicht nötig. Alte Saiten stören die Bewertung nicht, und unsachgemäßes Saitenwechseln kann bei alten Instrumenten mehr schaden als nützen. Lassen Sie die Gitarre so, wie sie ist.
Kaufen Sie auch Verstärker und Effektgeräte?
Ja, Verstärker, Effektgeräte und Zubehör nehmen wir ebenfalls an. Gerade ältere Röhrenverstärker bekannter Marken sind gefragt. Bitte nennen Sie uns Hersteller und Modell und schicken Sie ein Foto der Rückseite.
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