Ratgeber · Gemälde und Grafiken
Gemälde richtig fotografieren für eine Bewertung
Bevor jemand Ihr Bild in die Hand nimmt, sieht er es meist auf einem Foto. Je klarer die Aufnahmen sind, desto genauer kann die erste Einschätzung ausfallen. Ein Smartphone genügt, wenn Sie ein paar einfache Regeln beachten.
Das richtige Licht wählen
Am besten fotografieren Sie bei hellem, aber indirektem Tageslicht, etwa in der Nähe eines Fensters ohne direkte Sonne. Ein bewölkter Tag ist ideal, weil das Licht dann weich und gleichmäßig ist. Schalten Sie Deckenlampen und farbige Leuchten aus, damit sich keine unterschiedlichen Lichtfarben mischen und das Bild nicht gelb oder blau wirkt.
Den eingebauten Blitz sollten Sie ausschalten. Er erzeugt einen hellen Fleck in der Bildmitte, lässt Firnis und Glas spiegeln und verfälscht die Farben. Wenn das Licht nicht reicht, ist es besser, das Bild an einen helleren Ort zu bringen oder mit ruhiger Hand und etwas längerer Belichtung zu arbeiten.
Gerade und formatfüllend fotografieren
Ein häufiger Fehler sind schräge Aufnahmen. Wird das Bild von unten oder von der Seite fotografiert, wirkt es verzerrt und Proportionen lassen sich schlecht beurteilen. Stellen Sie das Gemälde möglichst senkrecht an eine Wand oder hängen Sie es auf. Halten Sie die Kamera auf Höhe der Bildmitte und genau parallel zur Bildfläche.
Füllen Sie den Ausschnitt so weit, dass das ganze Bild mit Rahmen zu sehen ist, aber nicht unnötig viel Wand. Verzichten Sie auf den Digitalzoom, gehen Sie lieber ein Stück näher heran. Filter und Bearbeitungsfunktionen der Kamera-App lassen Sie aus, denn die Farben sollen dem Original entsprechen.
Ein Stativ ist nicht nötig, aber hilfreich. Alternativ stützen Sie die Arme auf einer Stuhllehne ab. Kontrollieren Sie nach jeder Aufnahme, ob das Foto scharf ist, indem Sie in die Signatur hineinzoomen. Unscharfe Bilder lieber gleich wiederholen, denn gerade feine Details wie Pinselführung oder Craquelé sind für die Beurteilung wichtig.
Diese Aufnahmen sollten Sie machen
Ein einzelnes Foto reicht selten aus. Für eine aussagekräftige Ferneinschätzung hat sich folgende Reihe bewährt:
- Gesamtansicht mit Rahmen, frontal und gerade
- Gesamtansicht nur der Bildfläche, möglichst ohne Rahmen im Ausschnitt
- Nahaufnahme der Signatur, gern auch bei seitlichem Licht
- die komplette Rückseite mit Keilrahmen oder Rückwand
- Nahaufnahmen von Etiketten, Stempeln und Beschriftungen
- Detailfotos von Schäden wie Rissen, Löchern oder Farbabplatzungen
- eine Aufnahme von der Seite, die Rahmentiefe und Oberfläche zeigt
Spiegelungen bei Glas und Firnis vermeiden
Aquarelle, Grafiken und Zeichnungen sitzen meist hinter Glas, glänzende Ölbilder spiegeln durch ihren Firnis. Damit Sie nicht Fenster, Lampen oder sich selbst im Bild sehen, hilft ein kleiner Trick: Fotografieren Sie leicht seitlich versetzt zum Fenster und tragen Sie dunkle Kleidung. Bleibt eine Spiegelung, verdunkeln Sie den Raum hinter sich, etwa durch Vorhänge.
Bitte nehmen Sie das Glas nicht selbst ab, wenn Sie unsicher sind. Alte Rahmen sind oft verklebt oder mit kleinen Nägeln verschlossen, und beim Öffnen kann das Blatt beschädigt werden. Eine Aufnahme mit einer kleinen Restspiegelung ist allemal besser als ein beschädigtes Werk.
Maße angeben und Angaben ergänzen
Zu jedem Bild gehören die Maße. Messen Sie Höhe und Breite und geben Sie an, ob es sich um das Bildmaß oder das Rahmenmaß handelt. Üblich ist die Reihenfolge Höhe mal Breite in Zentimetern. Schreiben Sie dazu, was Sie über die Herkunft wissen, zum Beispiel ob das Bild aus einer bestimmten Galerie stammt oder schon lange in Familienbesitz ist.
Bei Grafiken und Aquarellen hinter Passepartout ist zusätzlich der sichtbare Ausschnitt interessant. Messen Sie ihn, ohne das Blatt herauszunehmen. Wenn Sie wissen, dass das Bild schon einmal gereinigt oder neu gerahmt wurde, notieren Sie auch das. Solche Angaben helfen, den Zustand richtig einzuordnen.
- Höhe und Breite in Zentimetern
- Angabe, ob Bild- oder Rahmenmaß gemessen wurde
- bekannte Herkunft, etwa Galerie oder Familienbesitz
- Hinweise auf frühere Restaurierungen
- vorhandene Rechnungen, Gutachten oder Kataloge
Fotos an Ankauf Allerlei senden
Wenn die Aufnahmen fertig sind, schicken Sie sie uns per WhatsApp, per E-Mail oder über das Formular auf unserer Website. Nummerieren Sie bei mehreren Bildern am besten jedes Werk, damit Fotos und Angaben sich klar zuordnen lassen. Sie erhalten von uns eine unverbindliche Ersteinschätzung und können dann in Ruhe entscheiden, ob Sie einen Termin vor Ort wünschen.
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Häufige Fragen
Reicht ein Smartphone für die Fotos aus?
Ja, aktuelle Smartphones liefern für eine Ersteinschätzung völlig ausreichende Bilder. Wichtiger als die Kamera sind gutes Tageslicht, eine gerade Aufnahme und der Verzicht auf Blitz und Filter.
Wie viele Fotos sollte ich pro Bild schicken?
Für ein einzelnes Gemälde sind fünf bis sieben Aufnahmen sinnvoll: Gesamtansicht, Signatur, Rückseite, Etiketten und eventuelle Schäden. Bei vielen Bildern genügt zunächst je eine Gesamtansicht mit Signatur, Details können wir später nachfordern.
Soll ich das Bild vor dem Fotografieren abstauben?
Leichten Staub auf dem Rahmen können Sie mit einem weichen, trockenen Pinsel entfernen. Die Malschicht selbst sollten Sie nicht reinigen, weder trocken noch feucht, da Farbe und Firnis empfindlich sind.
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