Ratgeber · Emaille- und Werbeschilder
Emailleschild echt oder Nachdruck? So erkennen Sie Originale
Alte Emailleschilder sind beliebte Sammlerstücke, und genau deshalb gibt es viele Nachbildungen. Manche sind als Dekoration klar erkennbar, andere sehen auf den ersten Blick täuschend echt aus. Mit einigen Prüfpunkten können Sie selbst eine erste Einschätzung vornehmen.
Wie ein echtes Emailleschild entsteht
Emaille ist eine glasartige Schicht, die bei hohen Temperaturen auf ein Metall aufgeschmolzen wird. Für Schilder verwendete man meist Stahlblech. Zuerst wurde eine Grundschicht aufgetragen und gebrannt, danach jede Farbe einzeln mithilfe von Schablonen aufgebracht und erneut gebrannt. Ein mehrfarbiges Schild ging also mehrmals durch den Ofen.
Dieses Verfahren hinterlässt typische Spuren. Die einzelnen Farbflächen liegen leicht erhaben übereinander, ihre Ränder sind unter der Lupe als feine Kanten zu erkennen. Die Oberfläche glänzt wie Glas und ist sehr hart. Ein lackiertes oder bedrucktes Blech wirkt dagegen matter oder kunststoffartig und lässt sich leichter zerkratzen.
Prüfpunkte für Vorder- und Rückseite
Wer ein Schild in der Hand hat, kann einige Merkmale ohne Hilfsmittel prüfen. Keiner davon ist allein ein Beweis, gemeinsam ergeben sie aber ein recht klares Bild:
- Gewicht und Stärke: Originale aus Stahlblech mit Emaille sind meist spürbar schwer und steif.
- Rückseite: Alte Schilder sind oft auch rückseitig emailliert, häufig in Dunkelblau, Schwarz oder Grau.
- Farbgrenzen: Erhabene Kanten zwischen den Farben sprechen für Schablonenemaillierung.
- Druckraster: Feine Rasterpunkte unter der Lupe deuten auf ein bedrucktes Blech hin.
- Befestigungslöcher: Bei Originalen sind die Lochränder meist mitemailliert, mit Abplatzungen rundherum.
- Herstellerangabe: Viele Originale nennen am unteren Rand das Emaillierwerk.
Herstellerangaben am Rand
Zahlreiche alte Schilder tragen am unteren Rand oder in einer Ecke den Namen des Emaillierwerks, manchmal mit Ortsangabe. Bekannte deutsche Hersteller waren etwa Boos & Hahn in Ortenberg in Baden, Schulze & Wehrmann in Elberfeld oder Gottfried Dichanz in Berlin. Eine solche Angabe ist ein guter Hinweis, aber keine Garantie, denn auch Nachbildungen kopieren gelegentlich diese Schriftzüge.
Fehlt die Herstellerangabe, ist das Schild deshalb nicht automatisch unecht. Viele Originale wurden ohne Signatur gefertigt, oder die Angabe ist durch Abplatzungen verloren gegangen. Hier entscheiden die übrigen Merkmale.
Alterungsspuren richtig deuten
Ein Schild, das jahrzehntelang an einer Hauswand oder einem Ladenlokal hing, zeigt typische Spuren. Abplatzungen finden sich vor allem an Kanten, an Befestigungslöchern und an Stellen mit Schlageinwirkung. Darunter ist das blanke Metall meist angerostet, und der Rost hat sich ungleichmäßig ausgebreitet. Die Farben können je nach Ausrichtung zur Sonne unterschiedlich stark ausgeblichen sein.
Künstlich gealterte Nachbildungen wirken oft zu gleichmäßig. Abplatzungen liegen dann an unlogischen Stellen, der Rost sieht aufgemalt oder flächig aus, und die Farben sind trotz scheinbar hohen Alters erstaunlich frisch. Auch Gebrauchsspuren auf der Rückseite, etwa Abdrücke von Befestigungen oder Wandputz, sprechen eher für ein echtes Altschild. Auf eine Nachbildung deuten dagegen häufig folgende Merkmale hin:
- Rost, der wie aufgemalt wirkt oder gleichmäßig über die Fläche verteilt ist.
- Abplatzungen ohne erkennbaren Rost darunter.
- Eine blanke, verzinkte oder auffällig neue Rückseite.
- Lochungen mit scharfen, unbeschichteten Rändern.
- Sehr leichtes, dünnes Blech, das sich mit der Hand biegen lässt.
Moderne Emailleschilder und Retro-Dekoration
Nicht jede Nachbildung ist ein billiges Blechschild. Es gibt auch neu hergestellte Schilder in echter Emaille, die alte Motive nachempfinden. Sie sind handwerklich solide, werden aber als moderne Dekoration und nicht als historische Originale gehandelt. Erkennbar sind sie oft an sehr sauberen Kanten, makellosen Rückseiten und Motiven, die es in dieser Form früher gar nicht gab.
Außerdem tauchen Schilder auf, deren Größe oder Farbgebung nicht zu den bekannten Originalen passt. Erfahrene Sammler kennen viele historische Motive und ihre Formate. Deshalb ist es sinnvoll, ein Schild im Zweifel von jemandem ansehen zu lassen, der regelmäßig mit solchen Stücken zu tun hat.
Ihr Schild bei Ankauf Allerlei prüfen lassen
Sie sind unsicher, ob Ihr Schild ein Original ist? Schicken Sie uns Fotos der Vorderseite, der Rückseite, einer Ecke in Nahaufnahme und gegebenenfalls der Herstellerangabe, dazu die Maße. Wir geben Ihnen eine unverbindliche Ersteinschätzung und erklären, welche Merkmale für oder gegen ein Original sprechen.
Möchten Sie verkaufen, vereinbaren wir einen Termin bei Ihnen oder Sie senden das Schild gut gepolstert per Paket. Nach der Sichtung erhalten Sie unser Angebot. Gerade bei großen Schildern ist die Abholung vor Ort oft die bequemere Lösung.
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Häufige Fragen
Ist ein Schild mit Abplatzungen weniger wert?
Abplatzungen mindern den Wert, gehören bei alten Schildern aber fast immer dazu. Wichtig ist, wo sie liegen und wie groß sie sind. Schäden mitten im Motiv oder im Markennamen wiegen schwerer als kleine Stellen am Rand.
Kann ich ein Emailleschild selbst restaurieren?
Davon raten wir ab. Ausbesserungen mit Lack oder Spachtel fallen Kennern sofort auf und mindern den Wert oft stärker als der ursprüngliche Schaden. Lassen Sie das Schild lieber im vorhandenen Zustand.
Woran erkenne ich ein gewölbtes Originalschild?
Viele Originale wurden mit gewölbter Fläche oder umgebördeltem Rand gefertigt, um sie stabiler zu machen. Eine Wölbung allein sagt aber noch nichts über das Alter aus, da sie auch bei modernen Schildern vorkommt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Merkmale.
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