Ratgeber · Bronzefiguren und Skulpturen

Bronzefigur echt? Bronze, Zinkguss und Kunstguss unterscheiden

Nicht alles, was bronzefarben glänzt, ist auch aus Bronze. Viele Figuren aus Nachlässen bestehen aus Zinkguss, Eisen, Gips oder Kunstharz und wurden nur bronziert. Mit Gewicht, Klang und einem genauen Blick lassen sich die Materialien recht gut auseinanderhalten.

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Bronzefiguren und Skulpturen

Was Bronze ausmacht

Bronze ist eine Legierung, die überwiegend aus Kupfer und einem Anteil Zinn besteht. Sie lässt sich sehr fein gießen und anschließend mit Werkzeugen nacharbeiten. Diese Nachbearbeitung, das Ziselieren, sorgt für scharfe Konturen, feine Haare, Federn oder Gewandfalten. Danach erhält die Oberfläche meist eine Patina, die durch Hitze und Chemikalien entsteht und Farbtöne von Goldbraun über Dunkelbraun bis Grün annehmen kann.

Bronze ist schwer und fühlt sich kühl an. Kleine Figuren sind oft massiv gegossen, größere hohl. Auch eine hohle Bronze hat aber eine deutliche Wandstärke und wirkt in der Hand gewichtig.

Viele Bronzen stehen auf einem Sockel aus Marmor, Onyx oder Holz. Der Sockel gehört oft von Anfang an dazu und sollte nicht entfernt werden, auch wenn die Verschraubung locker ist.

Zinkguss: der häufigste Doppelgänger

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden sehr viele dekorative Figuren aus Zinkguss hergestellt, im Handel auch Spelter oder Weißguss genannt. Zink war deutlich günstiger als Bronze und eignete sich gut für die Serienfertigung. Die Figuren wurden anschließend bronziert, also mit einem bronzefarbenen Überzug versehen.

Typisch für Zinkguss sind ein geringeres Gewicht, dünnere Wandungen und weichere, weniger scharfe Details. An abgeriebenen Stellen, etwa an Kanten oder am Sockelrand, schimmert ein grau-silbriges Metall durch. Zink ist zudem spröde: Abgebrochene Arme, Risse oder Klebestellen kommen häufig vor. Zinkfiguren können dennoch dekorativ und gefragt sein, ihr Wert liegt aber in der Regel unter dem vergleichbarer Bronzen.

Ein weiteres Indiz ist das Innere. Schauen Sie, wenn möglich, von unten in die Figur hinein. Zinkgüsse sind oft innen grau und rau, manchmal mit Gewindestangen oder Gips gefüllt, damit sie stabiler stehen.

Einfache Prüfungen für zu Hause

Ohne Werkzeug und ohne die Figur zu beschädigen, können Sie einige Hinweise sammeln. Keine dieser Prüfungen ist für sich allein beweisend, zusammen ergeben sie aber oft ein klares Bild.

  • Gewicht: Bronze ist spürbar schwerer als Zinkguss oder Kunstharz gleicher Größe.
  • Klang: Ein leichtes Antippen mit dem Fingernagel klingt bei Bronze heller und länger nachklingend, bei Zink eher dumpf.
  • Magnet: Bronze und Zink sind nicht magnetisch, Eisenguss dagegen schon.
  • Abrieb: Rötlich-goldenes Metall an Kanten spricht für Bronze, grau-silbriges für Zink.
  • Temperatur: Metall fühlt sich kühl an, Kunstharz eher handwarm.
  • Unterseite: Gussnähte, Füllmaterial oder Gips im Inneren geben Hinweise auf die Machart.

Eisenkunstguss, Gips und Kunstharz

Unter dem Begriff Kunstguss versteht man im deutschen Sprachraum oft den Eisenkunstguss, der besonders im 19. Jahrhundert verbreitet war. Bekannte Gießereien saßen etwa in Berlin, Gleiwitz, Sayn und Lauchhammer. Eisenfiguren, Reliefs und Plaketten sind meist schwarz oder dunkel gefasst, sehr fein gegossen und reagieren auf einen Magneten. Sie bilden ein eigenes Sammelgebiet.

Deutlich jünger sind Figuren aus Kunstharz, die mit Metallpulver versetzt sind und wie Bronze aussehen. Sie werden manchmal als Kaltguss oder Bronzeguss-Imitat bezeichnet. Diese Stücke sind leicht, fühlen sich warm an und zeigen an Bruchstellen ein helles, kunststoffartiges Material. Ähnliches gilt für bronzierte Gipsfiguren, bei denen unter der Farbe weißes Material sichtbar wird.

Was Sie besser nicht tun sollten

Kratzen, Feilen oder Anbohren sind tabu, auch an der Unterseite. Ebenso sollten Sie die Patina nicht mit Metallputzmitteln behandeln. Eine abgeriebene oder blank polierte Bronze verliert für Sammler deutlich an Reiz, denn die originale Oberfläche ist ein wichtiger Teil des Werts.

Folgende Behandlungen schaden einer Figur häufig mehr, als sie nutzen:

Säurehaltige Tests oder Prüfflüssigkeiten gehören in die Hände von Fachleuten. Für eine erste Einschätzung reichen gute Fotos und die oben beschriebenen Beobachtungen völlig aus.

  • Polieren mit Metallputz oder Scheuermitteln
  • Abwaschen mit Wasser und Spülmittel, vor allem bei bemalten Stücken
  • Ankratzen an der Unterseite, um das Metall zu prüfen
  • Nachkleben abgebrochener Teile mit Alleskleber
  • Neu Lackieren oder Übermalen der Oberfläche

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Häufige Fragen

Ist eine Figur aus Zinkguss wertlos?

Nicht unbedingt. Gut erhaltene, dekorative Zinkfiguren des 19. Jahrhunderts oder des Jugendstils finden durchaus Käufer. Ihr Wert liegt aber meist unter dem einer vergleichbaren Bronze, und Schäden wirken sich stärker aus.

Kann ich mit einem Magneten Bronze sicher erkennen?

Nur bedingt. Der Magnet zeigt, ob Eisen im Spiel ist. Bronze, Messing und Zink reagieren alle nicht, daher sind Gewicht, Abrieb und Ausführung zusätzlich wichtig.

Meine Bronze ist sehr dunkel geworden. Soll ich sie aufpolieren?

Bitte nicht. Die dunkle Patina gehört zur Figur und wird von Sammlern geschätzt. Leichtes Abstauben mit einem weichen Pinsel genügt völlig.

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