Ratgeber · Briefmarkensammlungen

Briefmarkensammlung geerbt: Die ersten Schritte

Nach einem Todesfall stehen Angehörige oft vor Regalen voller Alben, Schachteln und Umschläge. Die Sammlung war für den Verstorbenen ein Lebenswerk, für die Erben ist sie zunächst ein Rätsel. Mit den folgenden Schritten behalten Sie den Überblick und vermeiden typische Fehler.

Zum Ankauf: Briefmarkensammlungen

Briefmarkensammlungen

Erst einmal nichts verändern

Der wichtigste Rat klingt einfach: Lassen Sie die Sammlung zunächst so, wie sie ist. Marken sollten nicht aus den Alben genommen, umsortiert oder von Briefen abgelöst werden. Ein Sammler hat seine Bestände meist nach einem bestimmten System geordnet, und gerade diese Ordnung erleichtert später die Bewertung erheblich.

Auch das Ablösen von Briefumschlägen ist keine gute Idee. Ein ganzer Brief kann mehr aussagen als die Marke allein, denn Stempel, Laufweg und Frankatur gehören zusammen. Außerdem können Gummierung und Zähnung beim Ablösen leiden. Wenn Sie Marken anfassen müssen, verwenden Sie eine Briefmarkenpinzette statt der Finger.

Die Sammlung sicher aufbewahren

Briefmarken sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, Wärme und Licht. Bis über den Verkauf entschieden ist, sollte die Sammlung an einem geeigneten Ort stehen.

  • Alben aufrecht in einem Regal lagern, nicht flach gestapelt unter schweren Lasten.
  • Keller, Dachboden und Räume mit stark wechselnder Temperatur meiden.
  • Direkte Sonne vermeiden, weil Farben verblassen können.
  • Lose Marken in ihren Tüten oder Schachteln lassen und diese nicht umfüllen.
  • Haustiere und Kinder von geöffneten Alben fernhalten.

Einen ersten Überblick verschaffen

Sie müssen kein Philatelist sein, um die Sammlung grob zu erfassen. Notieren Sie, wie viele Alben vorhanden sind und was auf den Rücken steht, etwa Deutsches Reich, Bayern oder Frankreich. Blättern Sie jedes Album einmal durch und halten Sie fest, ob es sich um ein Vordruckalbum mit festen Feldern oder um ein Einsteckalbum mit Streifen handelt.

Achten Sie zudem auf Unterlagen des Sammlers. Viele führten Listen, Fehllisten, Kaufbelege oder Notizen zu besonderen Stücken. Ebenso wichtig sind Prüfbefunde und Atteste. Solche Dokumente bestätigen die Echtheit einzelner Marken und sollten immer bei der Sammlung bleiben. Für Ihre Notizen genügen wenige Stichpunkte:

  • Anzahl der Alben, Steckbücher, Schachteln und Mappen.
  • Beschriftungen der Albumrücken und Länder- oder Gebietsnamen.
  • Grober Zeitraum, soweit er auf den Seiten erkennbar ist.
  • Gefundene Unterlagen wie Atteste, Listen oder Kaufbelege.
  • Auffälligkeiten wie Feuchtigkeitsflecken, lose Seiten oder sichtbar fehlende Marken.

Realistische Erwartungen an den Wert

Viele Erben schlagen in einem Briefmarkenkatalog nach und sind dann überrascht von den Zahlen. Katalogwerte sind jedoch Orientierungsgrößen für Sammler und keine Preise, die man beim Verkauf tatsächlich erzielt. Der Markt richtet sich nach Angebot und Nachfrage, und bei sehr verbreiteten Marken ist das Angebot groß.

Das betrifft vor allem die Bundesrepublik und Berlin bis zum Jahr 2000. Diese Marken wurden in hohen Auflagen gedruckt und von sehr vielen Menschen gesammelt, oft postfrisch und vollständig. Deshalb sind solche Sammlungen kaum gefragt. Anders sieht es bei klassischen Ausgaben aus aller Welt bis 1900, bei Altdeutschland, beim Deutschen Reich und bei der Bundesrepublik ab 2001 aus.

Ein weiterer Punkt ist der Aufbau. Eine Sammlung, die sauber in Vordruckalben gepflegt wurde und ein Gebiet möglichst lückenlos abdeckt, ist für Käufer attraktiver als eine bunte Mischung. Auch das sollten Sie bei Ihren Erwartungen berücksichtigen.

Wenn mehrere Erben beteiligt sind

Gehört die Sammlung einer Erbengemeinschaft, sollten sich alle Beteiligten vor einem Verkauf einig sein. Eine schriftliche Absprache, wer den Verkauf übernimmt, beugt späteren Missverständnissen vor. In rechtlichen Fragen rund um den Nachlass ist es sinnvoll, sich an einen Notar oder einen Anwalt zu wenden.

Hilfreich ist es außerdem, die Sammlung vor der Übergabe vollständig zu fotografieren. So kann jeder Erbe nachvollziehen, was angeboten wurde. Eine transparente Bewertung, bei der das Angebot erklärt wird, schafft zusätzlich Vertrauen innerhalb der Familie. Manchmal möchte ein Familienmitglied einzelne Alben als Erinnerung behalten. Klären Sie das am besten vor der Einschätzung, damit der Ankäufer weiß, welcher Umfang tatsächlich zum Verkauf steht.

Der nächste Schritt mit Ankauf Allerlei

Wir interessieren uns für komplette, strukturiert geführte Sammlungen aus den genannten Gebieten. Einzelmarken, Ersttagsblätter und die Bundesrepublik samt Berlin bis 2000 kaufen wir nicht an. Senden Sie uns Fotos der Albumrücken und einiger Beispielseiten, dann prüfen wir unverbindlich, ob Ihre Sammlung zu uns passt. Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie auch auf unserer Seite briefmarkenankauf.info.

Passt die Sammlung, können Sie sie per Paket einsenden oder wir vereinbaren einen Termin bei Ihnen. Gerade bei umfangreichen Nachlässen ist ein Besuch vor Ort oft der einfachere Weg. Sie erhalten ein nachvollziehbar begründetes Angebot und entscheiden in Ruhe.

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Häufige Fragen

Muss ich die Marken vor dem Verkauf sortieren?

Nein, bitte nicht. Eine vom Sammler geordnete Sammlung lässt sich am besten beurteilen, wenn sie unverändert bleibt. Ein grober Überblick über Albumtitel und Anzahl genügt völlig.

Was mache ich mit Schachteln voller loser Marken?

Lassen Sie den Inhalt zunächst unverändert und fotografieren Sie einen Ausschnitt. Unsortierte Restbestände und Kiloware kaufen wir in der Regel nicht an. Liegen sie aber neben einer gesuchten Sammlung, sehen wir sie uns gern mit an.

Sind Briefmarken mit DM-Wertangabe noch gültig?

Marken mit Wertangabe in Deutscher Mark können seit 2002 nicht mehr zum Frankieren verwendet werden. Sie sind daher heute nur noch als Sammlerstücke von Bedeutung. Bei Ausgaben der Bundesrepublik bis 2000 ist die Nachfrage allerdings gering.

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