Ratgeber · Postkarten, Fotografien und Feldpost

Feldpost aus dem Nachlass: Bedeutung und Wert

Feldpostbriefe und -karten gehören zu den persönlichsten Dokumenten, die Erben im Nachlass finden. Sie sind Familienerinnerung und Zeitzeugnis zugleich. Dieser Beitrag erklärt, was Feldpost ist, welche Merkmale für Sammler und Historiker interessant sind und wie Sie mit solchen Funden sorgsam umgehen.

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Postkarten, Fotografien und Feldpost

Was Feldpost eigentlich ist

Als Feldpost bezeichnet man die Post zwischen Soldaten und ihren Angehörigen in der Heimat. In beiden Weltkriegen wurden auf diesem Weg viele Millionen Briefe und Karten verschickt. Für Soldaten war die Feldpost in der Regel gebührenfrei, weshalb viele Karten und Briefe keine Briefmarke tragen, sondern einen Vermerk wie „Feldpost“ und einen Stempel.

Erhalten geblieben ist vor allem die Post, die in der Heimat ankam und dort aufbewahrt wurde. Oft handelt es sich um ganze Bündel von Briefen eines Familienmitglieds, manchmal zusammen mit Fotos oder kleinen Erinnerungsstücken. Seltener sind Briefe, die aus der Heimat an die Front gingen und später zurückkamen, etwa weil der Empfänger nicht mehr erreichbar war. Solche Rückläufer tragen oft besondere Vermerke und sind für die Familiengeschichte besonders aufschlussreich.

Erst lesen, dann entscheiden

Bevor Sie über einen Verkauf nachdenken, lohnt es sich, die Briefe in Ruhe durchzusehen. Sie enthalten häufig Informationen über Familienangehörige, die sonst nirgends festgehalten sind. Manche Familien möchten die Originale behalten oder zumindest Kopien und Scans anfertigen, bevor sie die Briefe abgeben.

Neben Sammlern interessieren sich auch Archive, Museen und Forschungseinrichtungen für Feldpost, weil sie den Alltag einfacher Menschen in Kriegszeiten dokumentiert. Ob Sie die Briefe verkaufen, in der Familie behalten oder einer Einrichtung übergeben, ist eine persönliche Entscheidung, für die Sie sich Zeit nehmen sollten.

Merkmale, auf die Sammler achten

Für Sammler ist Feldpost vor allem als postgeschichtliches Zeugnis interessant. Der materielle Wert einzelner, gewöhnlicher Karten ist meist überschaubar. Einige Merkmale können das Interesse jedoch deutlich steigern.

  • Seltene oder gut lesbare Stempel, etwa von bestimmten Dienststellen oder Orten
  • Zensurvermerke und besondere Leitvermerke auf dem Umschlag
  • Fotokarten, die Szenen, Orte oder Fahrzeuge zeigen
  • Zusammenhängende Korrespondenz eines Absenders über einen längeren Zeitraum
  • Ausführliche Briefe mit genauen Schilderungen und Ortsangaben
  • Post von entlegenen Schauplätzen oder aus ungewöhnlichen Zusammenhängen

Erster und Zweiter Weltkrieg im Vergleich

Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg besteht häufig aus vorgedruckten Feldpostkarten und Briefen mit Truppenstempeln, auf denen oft die Einheit des Absenders genannt ist. Daneben gibt es zahlreiche Bildpostkarten, die in dieser Zeit massenhaft hergestellt wurden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde statt der Einheit in der Regel eine Feldpostnummer angegeben, um militärische Informationen zu verschleiern. Über diese Nummern lässt sich mit Hilfe von Fachliteratur und Archiven oft nachvollziehen, zu welcher Einheit ein Absender gehörte. Für Familienforscher ist das ein wertvoller Hinweis. Typisch für diese Zeit sind außerdem vorgedruckte Feldpostbriefe, die gefaltet zugleich als Umschlag dienten, sowie kleine Päckchen mit Zulassungsmarken.

Auch Briefe aus der Kriegsgefangenschaft gehören im weiteren Sinne zu diesem Sammelgebiet. Sie wurden auf besonderen Vordrucken geschrieben und tragen häufig Prüfvermerke. Für viele Familien waren sie über Jahre das einzige Lebenszeichen eines Angehörigen.

Feldpost aus beiden Kriegen kann Abbildungen oder Stempel mit Symbolen der damaligen Zeit tragen. Für die Verbreitung bestimmter Kennzeichen gelten gesetzliche Regeln. Wir gehen mit solchen Stücken sachlich und ausschließlich als historische Dokumente um.

Feldpost richtig aufbewahren

Briefe aus dieser Zeit sind auf oft minderwertigem Papier geschrieben und reagieren empfindlich auf Licht, Feuchtigkeit und häufiges Anfassen. Bewahren Sie die Post trocken und dunkel auf, idealerweise in säurefreien Umschlägen oder Kartons.

Lassen Sie Briefe in ihren Umschlägen und Bündel in ihrer ursprünglichen Reihenfolge. Die Zusammengehörigkeit ist für Sammler und Historiker oft wichtiger als jedes einzelne Stück. Diese Hinweise helfen beim Aufbewahren:

  • Briefe nicht aus den Umschlägen nehmen und nicht neu falten
  • Bündel und Reihenfolge so belassen, wie Sie sie vorgefunden haben
  • Keine Briefmarken, Stempel oder Beilagen entfernen
  • Auf Klebeband, Büroklammern und Gummibänder verzichten
  • Keller und Dachboden wegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen meiden

Feldpost an Ankauf Allerlei verkaufen

Wenn Sie sich für einen Verkauf entschieden haben, genügen für eine erste Einschätzung einige Fotos: ein Überblick über den Umfang sowie einige Umschläge und Karten von beiden Seiten. Senden Sie die Bilder per WhatsApp, E-Mail oder Formular, wir melden uns mit einer unverbindlichen Rückmeldung.

Feldpost befindet sich oft zusammen mit Fotos, Dokumenten und Ansichtskarten in einem Nachlass. Wir sehen uns solche Bestände gern vollständig an, auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause, und erläutern Ihnen nachvollziehbar, wie unser Angebot zustande kommt.

Sie möchten verkaufen?Senden Sie uns Fotos für eine unverbindliche Ersteinschätzung – oder schicken Sie Ihre Stücke per Paket.

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Häufige Fragen

Darf ich Feldpost mit Hakenkreuz-Stempeln überhaupt verkaufen?

Für die Verwendung und Verbreitung von Kennzeichen bestimmter Organisationen gelten in Deutschland gesetzliche Regeln. Ob und unter welchen Bedingungen ein historisches Dokument gehandelt werden darf, hängt vom Einzelfall ab. Bei konkreten Rechtsfragen wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt.

Wie finde ich heraus, in welcher Einheit mein Großvater war?

Bei Post aus dem Zweiten Weltkrieg hilft oft die Feldpostnummer auf dem Umschlag. Mit Fachliteratur oder über Anfragen bei zuständigen Archiven lassen sich solche Nummern häufig einer Einheit zuordnen. Notieren Sie die Nummern, bevor Sie Briefe abgeben.

Sind einzelne Feldpostkarten etwas wert?

Einzelne gewöhnliche Feldpostkarten haben meist nur einen geringen Sammlerwert. Interessanter werden sie durch seltene Stempel, ein ungewöhnliches Bildmotiv oder einen aussagekräftigen Inhalt. Größere zusammenhängende Bestände werden in der Regel als Ganzes bewertet.

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