Ratgeber · Postkarten, Fotografien und Feldpost

Alte Ansichtskarten: Welche Motive Sammler suchen

In vielen Haushalten liegen Schuhkartons oder Alben voller alter Ansichtskarten. Ob darunter gesuchte Stücke sind, hängt vor allem vom Motiv ab, aber auch von Drucktechnik, Alter und Zustand. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, worauf Sammler achten und wie Sie Ihre Karten selbst grob einordnen können.

Zum Ankauf: Postkarten, Fotografien und Feldpost

Postkarten, Fotografien und Feldpost

Warum gerade das Motiv so wichtig ist

Ansichtskarten werden in erster Linie nach Orten und Themen gesammelt. Ein Sammler aus einer bestimmten Gemeinde sucht gezielt Karten, die seinen Heimatort zeigen, und interessiert sich kaum für Motive aus anderen Regionen. Deshalb kann eine unscheinbare Karte aus einem kleinen Dorf gefragter sein als eine aufwendig gestaltete Karte einer bekannten Sehenswürdigkeit.

Der Grund liegt in der Auflage. Vom Kölner Dom oder vom Brandenburger Tor wurden über Jahrzehnte riesige Mengen gedruckt und verschickt. Von einem kleinen Ort mit Gasthaus, Kaufladen und Bahnhof gab es dagegen oft nur wenige Auflagen, von denen heute nur noch ein Bruchteil erhalten ist.

Besonders gesuchte Motive

Sammler bevorzugen Karten, die das Alltagsleben zeigen und etwas über die Geschichte eines Ortes erzählen. Je lebendiger und ungewöhnlicher die Ansicht, desto größer ist in der Regel das Interesse.

  • Straßenszenen mit Menschen, Kutschen, Straßenbahnen oder frühen Automobilen
  • Geschäfte, Gasthäuser und Hotels mit gut lesbarer Beschriftung
  • Bahnhöfe, Fabriken, Bergwerke und andere Industrie- und Verkehrsanlagen
  • Kleine Orte und Ortsteile, von denen nur wenige Karten existieren
  • Ereignisse wie Hochwasser, Brände, Ausstellungen oder Festumzüge
  • Luftschiffe, frühe Flugzeuge und Motive zur Technikgeschichte
  • Künstlerkarten, etwa im Stil des Jugendstils, und aufwendige Glückwunschkarten

Drucktechnik und Alter erkennen

Die Blütezeit der Ansichtskarte lag etwa zwischen 1895 und dem Ende des Ersten Weltkriegs. Aus dieser Zeit stammen viele farbige Lithografien, häufig mit der Aufschrift „Gruss aus“ und mehreren kleinen Bildern auf einer Karte. Diese Lithokarten sind an ihren kräftigen, gleichmäßigen Farbflächen zu erkennen und bei Sammlern beliebt.

Daneben gibt es echte Fotokarten, die auf Fotopapier belichtet wurden. Sie wirken sehr scharf und zeigen unter der Lupe kein Druckraster, oft steht auf der Rückseite ein Hinweis wie „Echte Photographie“. Gedruckte Karten lassen dagegen unter einer Lupe ein feines Punktraster erkennen.

Einen Anhaltspunkt für das Alter gibt auch die Rückseite. Frühe Karten durften dort nur die Anschrift tragen, die Nachricht stand auf der Bildseite. Die geteilte Rückseite mit Platz für Text und Adresse setzte sich in Deutschland ab etwa 1905 durch.

Gelaufen oder ungelaufen?

Als „gelaufen“ bezeichnen Sammler Karten, die tatsächlich verschickt wurden und Briefmarke sowie Poststempel tragen. Der Stempel datiert die Karte und belegt ihren Weg, was viele Sammler schätzen. Ein seltener Ortsstempel oder eine besondere Frankatur kann zusätzliches Interesse wecken.

Ungelaufene Karten sind oft besser erhalten, weil sie nie durch die Post gingen. Beide Varianten haben ihre Liebhaber. Wichtig ist, dass Sie Briefmarken nicht von den Karten lösen, denn die Karte verliert dadurch in aller Regel an Wert.

Auch der Text auf der Rückseite kann eine Rolle spielen. Meist enthält er nur Grüße, gelegentlich aber Hinweise auf das abgebildete Haus, ein Ereignis oder den Absender selbst. Solche Zusammenhänge machen eine Karte für Heimatforscher besonders reizvoll.

Zustand richtig einschätzen

Neben dem Motiv entscheidet der Erhaltungszustand. Leichte Altersspuren sind bei über hundert Jahre alten Karten normal und werden von Sammlern akzeptiert. Deutliche Knicke, abgerissene Ecken, Wasserflecken oder Klebereste mindern den Wert dagegen spürbar. Karten, die früher in Alben eingeklebt waren, zeigen auf der Rückseite häufig Papierreste. Versuchen Sie nicht, diese abzulösen oder Karten zu reinigen, denn dabei entstehen schnell neue Schäden.

Bei einer seltenen Ortsansicht sehen Sammler über kleinere Mängel eher hinweg als bei einem häufigen Motiv. Ein beschädigtes Exemplar einer gesuchten Karte kann daher immer noch interessant sein. Folgende Punkte prüfen Sammler bei jeder Karte:

  • Ecken und Kanten: gerade, spitz oder bestoßen und abgerundet
  • Knicke und Brüche in der Bildfläche
  • Flecken, Stockflecken und Wasserschäden
  • Ausgeblichene Farben durch Lichteinwirkung
  • Klebereste, Beschriftungen oder Löcher von Reißzwecken auf der Bildseite

Ihre Ansichtskarten bei Ankauf Allerlei anbieten

Wenn Sie eine Kartensammlung besitzen, fotografieren Sie am besten einige typische Karten von vorn und hinten sowie die Alben oder Kartons im Überblick. Schreiben Sie dazu, wie viele Karten es ungefähr sind und aus welcher Region sie überwiegend stammen. Die Fotos können Sie uns per WhatsApp, E-Mail oder über das Formular senden und erhalten eine unverbindliche Ersteinschätzung.

Besonders gern sehen wir komplette Sammlungen, denn gerade in gemischten Konvoluten stecken oft einzelne gefragte Ortsansichten. Auf Wunsch kommen wir auch zu Ihnen, sehen uns die Karten vor Ort an und erklären Ihnen unser Angebot.

Sie möchten verkaufen?Senden Sie uns Fotos für eine unverbindliche Ersteinschätzung – oder schicken Sie Ihre Stücke per Paket.

Ankauf Postkarten, Fotografien und FeldpostAnkauf per Paket

Weitere Ratgeber

Feldpost aus dem Nachlass: Bedeutung und WertHistorische Fotos und Fotoalben verkaufenAlle Ratgeber

Häufige Fragen

Sind Ansichtskarten von Großstädten grundsätzlich wenig wert?

Nicht grundsätzlich. Bekannte Sehenswürdigkeiten wurden zwar in großen Mengen gedruckt, doch Straßenszenen aus einzelnen Stadtvierteln, Geschäfte oder besondere Ereignisse können auch bei Großstädten gesucht sein. Entscheidend ist, wie häufig eine bestimmte Ansicht heute noch vorkommt.

Soll ich meine Karten vor dem Verkauf nach Orten sortieren?

Das ist nicht nötig. Eine grobe Angabe zur Anzahl und zur Herkunft genügt für eine erste Einschätzung. Lassen Sie die Karten am besten so, wie sie sind, damit beim Umsortieren nichts beschädigt wird.

Wie erkenne ich eine echte Fotokarte?

Echte Fotokarten sind auf Fotopapier belichtet und zeigen unter einer Lupe kein Punktraster. Oft glänzt die Bildseite leicht, und auf der Rückseite findet sich ein Vermerk wie „Echte Photographie“. Gedruckte Karten erkennen Sie dagegen am feinen Raster der Druckpunkte.

Kontakt

Jetzt unverbindlich anfragen

Sie haben Fragen oder möchten etwas verkaufen? Schreiben Sie uns oder senden Sie Fotos – wir melden uns mit einer Ersteinschätzung.

Mobil 0160 94794185Telefon 06172 682083E-Mail info@ankaufallerlei.deWhatsApp Fotos direkt senden

Jetzt anrufen

Anfrage senden

    Zur Datenschutzerklärung (wird in einem separaten Fenster geöffnet.) Hiermit bestätige ich, dass ich die Datenschutzerklärung gelesen habe. Weiterhin erkläre ich mich einverstanden, dass die von mir gemachten Angaben im Rahmen der Kontaktaufnahme gesendet werden dürfen. Bitte zeigen Sie, dass Sie ein Mensch sind und wählen Sie das Symbol Stern aus.