Ratgeber · Nachlassankauf und Haushaltsauflösungen

Wertvolle Dinge im Nachlass erkennen

In vielen Haushalten stecken Werte, die auf den ersten Blick nicht auffallen. Wer weiß, wo und wonach er suchen sollte, verhindert, dass Schmuck, Münzen oder Sammlungen versehentlich entsorgt werden. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über typische Fundorte und erste Erkennungsmerkmale.

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Nachlassankauf und Haushaltsauflösungen

Typische Verstecke im Haushalt

Ältere Menschen haben Wertsachen häufig an Orten aufbewahrt, die man nicht sofort durchsucht. Manches wurde bewusst versteckt, anderes einfach irgendwann in eine Schublade gelegt und vergessen. Nehmen Sie sich Zeit und öffnen Sie jedes Behältnis, bevor es in einen Karton oder Sack wandert. Lohnend sind besonders:

  • Nähkästchen, Zigarrenkisten und Blechdosen
  • Hohlräume hinter Schubladen und unter Schrankböden
  • Bücher, in denen Geldscheine, Briefmarken oder Fotos liegen
  • Mantel- und Handtaschen im Kleiderschrank
  • Schreibtischfächer und abschließbare Kassetten
  • Kartons auf dem Dachboden und im Keller

Edelmetalle an Stempeln erkennen

Gold und Silber tragen meist eine eingeschlagene Zahl, die den Feingehalt angibt. Bei Gold sind das zum Beispiel 333, 585 oder 750, bei Silber 800, 835 oder 925. Die Stempel sitzen bei Ringen innen, bei Ketten am Verschluss und bei Besteck auf der Rückseite des Griffs. Eine Lupe hilft beim Lesen.

Versilberte Gegenstände tragen oft Zahlen wie 90 oder 100. Sie geben die Menge der Silberauflage an und bedeuten nicht, dass das Stück aus massivem Silber ist. Auch beschädigter Schmuck, einzelne Ohrringe oder gerissene Ketten haben einen Materialwert. Sammeln Sie solche Stücke getrennt, statt sie wegzuwerfen.

Achten Sie auch auf Uhren. Armband- und Taschenuhren tragen ihre Stempel meist im Deckel oder auf dem Gehäuseboden. Selbst wenn eine Uhr nicht mehr läuft, kann das Gehäuse aus Edelmetall bestehen oder das Werk für Sammler interessant sein.

Sammlungen und Papiere

Briefmarkenalben, Münzsammlungen, alte Ansichtskarten und Feldpost werden oft für wertlos gehalten, weil sie unscheinbar aussehen. Hier lohnt eine fachliche Einschätzung. Münzen sollten Sie auf keinen Fall reinigen, da das ihren Sammlerwert mindern kann. Briefmarken bleiben am besten in ihren Alben und werden nicht herausgelöst. Lose Münzen in Dosen oder Tüten lassen Sie ebenfalls am besten so, wie Sie sie gefunden haben.

Gesucht sind vor allem vollständige, geordnete Sammlungen. Bei Briefmarken kaufen wir nur komplette, strukturierte Sammlungen an, keine Einzelmarken, keine Ersttagsblätter und keine Bestände der Bundesrepublik und Berlins bis 2000. Interessant sind dagegen etwa Altdeutschland, Deutsches Reich und frühe Marken aus aller Welt.

Auch alte Banknoten und Urkunden können Sammler interessieren. Legen Sie sie flach in einen Umschlag, statt sie zu falten, und entfernen Sie keine Gummibänder oder Büroklammern mit Gewalt, wenn das Papier dabei reißen könnte.

Porzellan, Kunst und Möbel

Auf der Unterseite von Porzellan finden sich Herstellermarken, etwa die gekreuzten Schwerter von Meissen. Gemälde tragen Signaturen, auf der Rückseite manchmal auch Aufkleber von Galerien oder Ausstellungen. Bei Bronzefiguren lohnt ein Blick auf Gießerstempel am Sockel. Alte Möbel verraten ihr Alter oft durch Holzverbindungen, Beschläge und die Art der Verarbeitung.

Auch Gegenstände aus dem 20. Jahrhundert können gefragt sein: Designermöbel, Leuchten, Geräte von Braun oder hochwertige HiFi-Anlagen. Was in den sechziger oder siebziger Jahren modern war, wird heute teils gezielt gesammelt.

Bei Teppichen lohnt ein Blick auf die Rückseite. Bei handgeknüpften Stücken zeichnet sich das Muster dort deutlich ab, und die einzelnen Knoten sind zu erkennen. Maschinell gefertigte Teppiche wirken auf der Rückseite dagegen oft sehr gleichmäßig.

Technik, Spielzeug und Nostalgie

Dachböden und Keller bergen oft Dinge aus der Kindheit der Verstorbenen oder ihrer Kinder: Modelleisenbahnen, Blechspielzeug, Steiff-Tiere oder Puppen. Originalkartons steigern den Wert, deshalb sollten auch leere Schachteln nicht weggeworfen werden. Ebenfalls gesucht sein können: Auch Zubehör wie Schienen, Trafos oder Puppenkleidung gehört dazu.

  • Schallplattensammlungen, ausgenommen Klassik
  • Alte Emailleschilder und Reklame
  • Röhrenradios, Plattenspieler und Tonbandgeräte
  • Taschenuhren, auch wenn sie nicht mehr laufen
  • Orden und Abzeichen, jedoch keine Waffen
  • Musikinstrumente wie Geigen oder Blasinstrumente

Gemeinsam mit uns den Haushalt durchgehen

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie uns an, bevor etwas entsorgt wird. Schicken Sie uns Fotos auffälliger Stücke per WhatsApp, E-Mail oder über das Formular für eine unverbindliche Ersteinschätzung, oder vereinbaren Sie einen Termin, bei dem wir den Haushalt mit Ihnen durchgehen. Dabei zeigen wir Ihnen, woran wir den Wert erkennen, und machen Ihnen für die werthaltigen Stücke ein nachvollziehbares Angebot.

Wichtig ist, dass bis zu diesem Termin nichts aussortiert wird. Je vollständiger der Haushalt ist, desto besser lässt sich erkennen, was zusammengehört, etwa ein Service, eine Sammlung oder ein Satz Besteck. Komplette Bestände sehen wir uns besonders gern an, weil sie für Sammler meist mehr Gewicht haben als Einzelstücke.

Sie möchten verkaufen?Senden Sie uns Fotos für eine unverbindliche Ersteinschätzung – oder schicken Sie Ihre Stücke per Paket.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob ein Ring aus Gold ist?

Ein Stempel mit einer Zahl wie 333, 585 oder 750 ist ein guter Hinweis. Fehlt er, kann das Stück trotzdem aus Gold sein, etwa bei sehr alten oder umgearbeiteten Stücken. Eine sichere Aussage ermöglicht erst eine Prüfung.

Sind Fotoalben der Familie etwas wert?

Private Familienfotos haben vor allem persönlichen Wert. Für Sammler interessant sind eher Aufnahmen mit Orts- oder Zeitbezug, etwa Straßenansichten, Betriebe oder historische Ereignisse. Entscheiden Sie zuerst in der Familie, was bleiben soll.

Was mache ich mit Gegenständen, die ich nicht zuordnen kann?

Legen Sie sie beiseite und fotografieren Sie sie. Bei einer Sichtung lässt sich oft schnell klären, worum es sich handelt. Wegwerfen sollten Sie erst, wenn feststeht, dass kein Wert dahintersteckt.

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