Ratgeber · Diamanten und Edelsteine

Diamant echt oder Imitat? Erste Hinweise für Laien

Ein funkelnder Stein im geerbten Ring wirft schnell die Frage auf, ob es sich um einen echten Diamanten handelt. Einige einfache Beobachtungen können erste Hinweise geben. Sie ersetzen jedoch keine Prüfung durch einen Fachmann, denn manche Imitate sind auch für Geübte nur mit Messgeräten sicher zu erkennen.

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Welche Imitate es gibt

Als Imitat bezeichnet man einen Stein, der wie ein Diamant aussieht, aber aus einem anderen Material besteht. Diese Steine sind nicht grundsätzlich minderwertig verarbeitet, sie haben jedoch eine andere Zusammensetzung und meist einen viel geringeren Wert.

  • Glas: das älteste Imitat, oft in Modeschmuck, wird mit der Zeit an den Kanten stumpf
  • Zirkonia: synthetisch hergestellt, sehr verbreitet, auffallend schwer und mit kräftigem Farbenspiel
  • Moissanit: sehr hart und brillant, bei einfachen Testgeräten leicht mit Diamant zu verwechseln
  • Weißer Saphir und Spinell: natürliche oder synthetische Steine, die farblos vorkommen
  • Bergkristall: farbloser Quarz, häufig in älterem Trachten- und Modeschmuck

Laborgezüchtete Diamanten als Sonderfall

Neben Imitaten gibt es synthetische Diamanten, die im Labor hergestellt werden. Sie bestehen wie natürliche Diamanten aus Kohlenstoff und haben dieselben physikalischen Eigenschaften. Mit Hausmitteln oder einfachen Testgeräten sind sie nicht von natürlichen Steinen zu unterscheiden. Dafür sind spezielle Laborgeräte nötig.

Für den Wiederverkauf ist der Unterschied bedeutend, denn laborgezüchtete Diamanten werden deutlich niedriger gehandelt als natürliche Steine vergleichbarer Qualität. Bei Schmuck, der vor einigen Jahrzehnten gekauft wurde, spielen sie kaum eine Rolle. Bei neueren Stücken lohnt sich ein Blick auf Rechnung und Zertifikat. Seriöse Labore weisen auf ihren Berichten aus, ob ein Stein natürlichen Ursprungs ist oder im Labor gewachsen wurde. Manche laborgezüchteten Steine tragen außerdem eine entsprechende Laserinschrift auf der Rundiste.

Einfache Beobachtungen zu Hause

Die folgenden Hinweise kosten nichts und beschädigen den Stein nicht. Jeder einzelne ist für sich nicht beweiskräftig, zusammen ergeben sie aber ein erstes Bild.

  • Fassung prüfen: Ein Stein in einer Fassung aus 750er Gold oder Platin ist eher ein Diamant als ein Stein in Silber oder unedlem Metall
  • Stempel lesen: Angaben wie CZ in der Ringschiene deuten auf Zirkonia hin, eine Karatangabe wie 0,25 ct eher auf einen Diamanten
  • Anhauchen: Ein Diamant leitet Wärme sehr gut, der Beschlag verschwindet fast sofort, bei vielen Imitaten bleibt er länger
  • Farbenspiel: Auffällig starkes Regenbogenfunkeln kann auf Zirkonia oder Moissanit hindeuten
  • Kanten betrachten: Abgerundete oder stark verkratzte Facettenkanten sprechen eher für Glas
  • Verdoppelung: Wirken die Facettenkanten unter der Lupe doppelt, kann es sich um Moissanit handeln

Was Sie besser nicht ausprobieren sollten

Im Internet kursieren Tests, die mehr schaden als nützen. Der Kratztest an Glas oder Spiegeln ist nicht aussagekräftig, weil auch viele Imitate härter als Glas sind. Ein echter Diamant kann bei einem Schlag an einer ungünstigen Stelle sogar absplittern, denn er ist zwar sehr hart, aber nicht unzerbrechlich.

Auch Hitze, Feuerzeugflammen oder das Abschrecken in kaltem Wasser sind ungeeignet. Sie können Fassungen, Lötstellen und andere Steine im Schmuckstück beschädigen. Lösen Sie den Stein außerdem nicht aus der Fassung, um ihn genauer anzusehen. Das Risiko, ihn zu verlieren oder die Krappen zu beschädigen, ist hoch. Und schließlich sollten Sie den Stein nicht mit aggressiven Reinigern behandeln. Wenn er stark verschmutzt ist, schadet das der Bewertung nicht, denn ein Prüfer weiß, wie Fett und Staub das Funkeln eines Steins verändern.

Wie Fachleute prüfen

Ein erfahrener Prüfer betrachtet den Stein zunächst mit der Lupe. Er achtet auf Einschlüsse, Schliffqualität, Kanten und typische Merkmale der verschiedenen Materialien. Anschließend kommen Messgeräte zum Einsatz, die Wärmeleitfähigkeit und elektrische Leitfähigkeit prüfen und so Diamant, Moissanit und andere Imitate unterscheiden. Bei gefassten Steinen wird außerdem die Fassung untersucht.

Manche zertifizierten Steine tragen eine feine Laserinschrift auf der Rundiste mit der Nummer des Zertifikats. Sie ist nur unter Vergrößerung sichtbar und erleichtert den Abgleich zwischen Stein und Dokument.

Ihren Stein von Ankauf Allerlei prüfen lassen

Sie müssen nicht selbst herausfinden, ob ein Stein echt ist. Bringen oder schicken Sie uns das Schmuckstück, wir prüfen es und erklären Ihnen das Ergebnis. Stellt sich heraus, dass es sich um ein Imitat handelt, kann die Fassung trotzdem einen Edelmetallwert haben, den wir in unserem Angebot berücksichtigen.

Vorab genügt ein Foto des Schmuckstücks und der Stempel in der Fassung, damit wir Ihnen eine erste Einschätzung geben können.

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Häufige Fragen

Ist ein Stein, der Glas ritzt, automatisch ein Diamant?

Nein. Auch Zirkonia, Moissanit, Saphir und Bergkristall sind härter als Glas und hinterlassen Kratzer. Der Test ist deshalb nicht aussagekräftig und kann den Stein zudem beschädigen.

Kann ein Diamant in einer Silberfassung sitzen?

Ja, das kommt vor, vor allem bei älterem Schmuck mit Diamantrosen oder bei modernem Designschmuck. Häufiger sitzen in Silber aber Imitate. Die Fassung ist daher nur ein Hinweis und kein Beweis.

Was ist ein Diamanttester und wie zuverlässig ist er?

Ein Diamanttester misst in der Regel die Wärmeleitfähigkeit eines Steins. Einfache Geräte zeigen Moissanit jedoch ebenfalls als Diamant an. Zuverlässiger sind Geräte, die mehrere Eigenschaften gleichzeitig prüfen, ergänzt durch die Beurteilung unter der Lupe.

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