Ratgeber · Münzen und Banknoten
D-Mark-Münzen und -Scheine: Was ist heute noch etwas wert?
In vielen Schubladen, Sparschweinen und Nachlässen liegt noch D-Mark. Die gute Nachricht: Wertlos ist dieses Geld nie, denn die Bundesbank tauscht es weiterhin um. Einige Münzen und Scheine sind darüber hinaus wegen ihres Silbergehalts oder ihrer Seltenheit interessant.

Der Umtausch bei der Bundesbank
Die Deutsche Bundesbank tauscht D-Mark-Münzen und D-Mark-Banknoten unbefristet und gebührenfrei in Euro um. Der Kurs ist seit der Euro-Einführung festgelegt. Sie können das Geld in einer Filiale der Bundesbank abgeben oder es nach den dort beschriebenen Bedingungen per Post einsenden.
Für den Großteil der D-Mark ist das der sinnvollste Weg. Gewöhnliche Umlaufmünzen wie Pfennige, Groschen und Markstücke wurden in riesigen Mengen geprägt. Auch bei älteren Jahrgängen liegt der Sammlerwert daher meist nicht über dem Umtauschwert. Bevor Sie jedoch alles zur Bank bringen, lohnt ein Blick auf die Ausnahmen.
Münzen mit Silbergehalt
Einige D-Mark-Münzen enthalten echtes Silber und haben deshalb einen Materialwert, der den Umtauschwert übersteigen kann. Wie hoch dieser ausfällt, hängt vom aktuellen Silberpreis ab. Zu den silberhaltigen Ausgaben gehören:
Den Silberadler erkennen Sie am Bundesadler auf der einen und der Wertangabe 5 Deutsche Mark auf der anderen Seite. Die späteren 5-DM-Münzen ab 1975 sehen ähnlich aus, bestehen aber aus einer Nickellegierung ohne Silber. Im direkten Vergleich wirken sie oft etwas anders im Farbton, Sicherheit gibt jedoch erst die Jahreszahl.
- 5-DM-Kursmünzen der Jahrgänge 1951 bis 1974, umgangssprachlich Silberadler, mit einem Silberanteil von 625 Tausendstel
- 5-DM-Gedenkmünzen der früheren Jahrgänge bis in die späten 1970er-Jahre
- 10-DM-Gedenkmünzen ab 1987, zunächst in 625er und später in 925er Silber
- Die 10-DM-Gedenkmünze zu den Olympischen Spielen 1972 in mehreren Motiven
- Die 1-DM-Goldmünze von 2001, ein Abschiedsstück aus Feingold
Seltene Prägungen und Fehlprägungen
Eine der bekanntesten Raritäten unter den Umlaufmünzen ist das 50-Pfennig-Stück von 1950 mit dem Prägezeichen G und der Umschrift Bank deutscher Länder. Diese Variante wurde nur in kleiner Stückzahl geprägt und wird häufig nachgeahmt, zum Beispiel durch nachträglich veränderte Prägezeichen. Eine fachliche Prüfung ist bei solchen Stücken unerlässlich.
Daneben gibt es echte Fehlprägungen, etwa Münzen mit doppelt geprägtem Bild, falschem Rand oder dezentriertem Motiv. Nicht jede Abweichung ist allerdings ein Fehler aus der Prägeanstalt. Viele vermeintliche Fehlprägungen sind Beschädigungen aus dem Umlauf, die keinen Sammlerwert haben. Eine kurze Prüfliste hilft Ihnen beim Durchsehen:
- Jahreszahl und Prägezeichen A, D, F, G oder J notieren
- Umschrift prüfen, etwa Bank deutscher Länder statt Bundesrepublik Deutschland
- Rand, Motiv und Zentrierung mit einer gewöhnlichen Münze vergleichen
- Spiegelglänzende Münzen in Polierter Platte getrennt halten
- Kursmünzensätze in der Originalverpackung belassen
D-Mark-Banknoten
Auch die Geldscheine lassen sich bei der Bundesbank umtauschen. Für Sammler interessant sind vor allem die frühen Ausgaben ab 1948, die teils noch von der Bank deutscher Länder stammen, sowie Scheine in sehr gutem, ungefaltetem Zustand. Gebrauchte Scheine der jüngeren Serien entsprechen dagegen in der Regel nur ihrem Umtauschwert.
Beim Zustand achten Sammler auf Knicke, Einrisse, Flecken und Beschriftungen. Ein kassenfrischer Schein ohne jede Faltung ist deutlich gefragter als ein abgegriffenes Exemplar desselben Typs. Glätten Sie Scheine deshalb nicht mit dem Bügeleisen und kleben Sie Risse nicht mit Klebeband.
Gedenkmünzen in Kassetten und Sätzen
In vielen Haushalten liegen Kassetten mit Gedenkmünzen oder Jahrgangssätzen, die einst als Geschenk oder im Abonnement gekauft wurden. Hier ist die Erwartung oft höher als der Markt. Bei Ausgaben aus unedlem Metall entspricht der Wert häufig dem Nennwert, auch wenn die Münze in Polierter Platte und mit Zertifikat geliefert wurde.
Bei silbernen Ausgaben ist zumindest der Materialwert gesichert. Liegt ein Zertifikat bei, bewahren Sie es zusammen mit der Münze auf, denn es dokumentiert Ausgabe und Qualität und erleichtert die Einordnung.
Bei Kursmünzensätzen, also den jährlichen Sätzen aller Umlaufmünzen in Plastikverpackung, ist der Sammlerwert meist gering. Ausnahmen bilden einzelne Jahrgänge mit kleiner Auflage. Öffnen Sie die Verpackungen nicht, denn lose Münzen aus einem Satz lassen sich nicht mehr als solcher bewerten.
Ihre D-Mark bei Ankauf Allerlei einordnen lassen
Sie müssen nicht selbst jede Münze bestimmen. Schicken Sie uns Fotos der Münzen oder Kassetten, wir sortieren mit Ihnen vor: Was hat Silber- oder Sammlerwert, und was bringen Sie besser zur Bundesbank? Diese Einschätzung ist unverbindlich.
Silberhaltige Münzen und gesuchte Stücke kaufen wir an und erklären Ihnen, wie unser Angebot entsteht. Bei größeren Mengen oder im Rahmen eines Nachlasses kommen wir gern zu Ihnen und zahlen auf Wunsch direkt vor Ort.
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Häufige Fragen
Bis wann kann ich D-Mark noch umtauschen?
Die Deutsche Bundesbank tauscht D-Mark-Münzen und -Banknoten unbefristet um. Eine Frist, nach der das Geld verfällt, gibt es nicht.
Sind alle 5-DM-Münzen aus Silber?
Nein. Nur die Kursmünzen bis 1974 und die frühen Gedenkmünzen enthalten Silber. Spätere 5-DM-Stücke bestehen aus einer Nickellegierung und haben keinen Silberwert.
Wie erkenne ich die 50-Pfennig-Münze Bank deutscher Länder?
Die seltene Variante zeigt auf der Seite mit der Wertangabe die Umschrift Bank deutscher Länder statt Bundesrepublik Deutschland, dazu die Jahreszahl 1950 und das Prägezeichen G. Weil diese Münze oft verfälscht wird, sollte eine Prüfung durch Fachleute erfolgen.
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