Ratgeber · Gold, Silber und Edelmetalle

Altgold verkaufen: So erkennen Sie den Feingehalt an der Punze

In fast jedem Haushalt liegt Altgold: ein einzelner Ohrring, eine gerissene Kette, ein zu kleiner Ring. Bevor Sie solche Stücke verkaufen, lohnt sich ein Blick auf die Punze. Sie verrät, wie viel reines Gold in der Legierung steckt, und ist damit die wichtigste Grundlage für die Bewertung.

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Was eine Punze ist und wo Sie sie finden

Eine Punze ist ein kleiner Stempel, der in das Metall eingeschlagen oder eingraviert wird. Bei Goldschmuck gibt sie in der Regel den Feingehalt an, also den Anteil an reinem Gold in Tausendsteln. Die Zahl 585 bedeutet zum Beispiel, dass von 1000 Teilen der Legierung 585 Teile Feingold sind. Der Rest besteht aus anderen Metallen wie Silber, Kupfer, Zink oder Palladium, die das Gold härter machen und seine Farbe beeinflussen.

Bei Ringen sitzt die Punze meist auf der Innenseite der Ringschiene. Bei Ketten und Armbändern finden Sie sie am Verschluss oder an einem kleinen Plättchen direkt daneben. Ohrstecker tragen sie oft am Stift oder an der Rückseite, Anhänger an der Öse. Weil die Stempel sehr klein und häufig abgenutzt sind, hilft eine Lupe oder die Vergrößerungsfunktion der Handykamera.

Die gängigen Feingehalte im Überblick

In Deutschland und im übrigen Europa sind einige Feingehalte besonders verbreitet. Neben der Tausendstel-Angabe finden Sie gelegentlich auch die ältere Angabe in Karat, bei der 24 Karat reinem Gold entsprechen.

  • 333: entspricht 8 Karat und ist vor allem in Deutschland bei preiswerterem Schmuck üblich
  • 375: entspricht 9 Karat und ist in Großbritannien häufig
  • 585: entspricht 14 Karat und ist der Klassiker bei Ringen und Ketten
  • 750: entspricht 18 Karat und wird oft bei hochwertigem Schmuck und Uhrengehäusen verwendet
  • 900 und 916: sehr hohe Feingehalte, etwa bei älteren Goldmünzen oder Schmuck aus dem Orient
  • 999: Feingold, typisch für Barren und manche Münzen, als Schmuck wegen der Weichheit selten

Alte Stempel, Herstellerzeichen und Sonderfälle

Älterer Schmuck trägt oft keine dreistellige Zahl, sondern eine Karatangabe wie 8K, 14K oder 18K. Manche Stücke aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zeigen zusätzlich deutsche Reichsstempel: eine Krone zusammen mit einer Sonne steht für Gold, eine Krone mit einem Halbmond für Silber. Neben dem Feingehalt finden Sie häufig ein Herstellerzeichen aus Buchstaben oder einem kleinen Symbol, das auf die Werkstatt verweist.

Fehlt die Punze ganz, ist das nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. Bei sehr altem Schmuck, bei geänderten Ringen oder bei Handarbeiten wurde sie mitunter weggelassen oder ist durch Tragen und Polieren verschwunden. Umgekehrt beweist eine Punze nicht in jedem Fall, dass ihre Angabe stimmt. Deshalb prüft ein Ankäufer bei Bedarf zusätzlich mit einer Strichprobe auf dem Probierstein oder mit einem zerstörungsfreien Messgerät.

Vorsicht bei vergoldeten Stücken

Nicht alles, was golden glänzt, besteht aus massivem Gold. Viele Schmuckstücke haben einen Kern aus Messing, Kupfer oder Silber und nur eine dünne Goldschicht. Solche Stücke tragen oft eigene Kennzeichnungen, die Sie kennen sollten, damit Sie Ihre Erwartungen realistisch einordnen können.

Typische Hinweise auf eine Vergoldung sind Angaben wie Doublé, DUB, GP für gold plated, GF für gold filled, RGP für rolled gold plate oder ein Bruch wie 1/20 14K. Auch eine Zahl wie 925 auf einem goldfarbenen Stück deutet darauf hin, dass es sich um vergoldetes Silber handelt. Ein weiteres Indiz ist abgeriebene Farbe an Kanten und Verschlüssen, unter der ein anderes Metall durchscheint.

So bereiten Sie Ihr Altgold vor

Sie müssen nichts reinigen und nichts zerlegen. Hilfreich ist aber eine grobe Ordnung, damit die Sichtung zügig und nachvollziehbar abläuft.

  • Sortieren Sie die Stücke nach der Punze, soweit Sie diese lesen können
  • Legen Sie Stücke ohne erkennbaren Stempel in einen eigenen Beutel
  • Trennen Sie Modeschmuck und Silber vom Gold, wenn Sie sich sicher sind
  • Lassen Sie Steine in der Fassung, auch wenn sie unscheinbar wirken
  • Fotografieren Sie die Punzen, falls Sie vorab eine Einschätzung möchten

Altgold bei Ankauf Allerlei verkaufen

Bei uns wird Altgold nach Feingehalt getrennt gewogen, denn eine 333er-Kette und ein 750er-Ring haben pro Gramm einen sehr unterschiedlichen Goldanteil. Die Grundlage ist der aktuelle Edelmetallkurs. Wir zeigen Ihnen, welche Punze wir gelesen haben, wie viel Gramm auf welche Legierung entfallen und wie sich daraus unser Angebot ergibt.

Schicken Sie uns gern vorab Fotos per WhatsApp, E-Mail oder über das Formular, dann erhalten Sie eine unverbindliche Ersteinschätzung. Auf Wunsch kommen wir zu Ihnen und zahlen bar vor Ort. Alternativ senden Sie uns die Stücke per Paket. Befindet sich unter dem Altgold ein Stück mit Marken- oder Sammlerwert, berücksichtigen wir das zusätzlich.

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Häufige Fragen

Was bedeutet die Zahl 585 in meinem Ring?

Die Zahl gibt an, dass die Legierung zu 585 Tausendsteln aus reinem Gold besteht. Das entspricht 14 Karat. Der übrige Anteil sind Beimetalle, die das Gold härter und strapazierfähiger machen.

Mein Schmuck hat keine Punze. Kann ich ihn trotzdem verkaufen?

Ja. Der Feingehalt lässt sich auch ohne Stempel bestimmen, zum Beispiel mit einer Strichprobe oder einem zerstörungsfreien Messgerät. Gerade bei altem oder umgearbeitetem Schmuck fehlt die Punze häufig.

Ist ein Stück mit der Aufschrift Doublé wertlos?

Doublé enthält nur eine dünne Goldauflage, daher ist der Materialwert gering. Für Sammler können manche Doublé-Stücke dennoch interessant sein, etwa alte Uhrketten oder dekorative Broschen. Wir sehen uns solche Stücke gern mit an.

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