Ratgeber · Steiff und historisches Spielzeug
Alte Puppen verkaufen: Porzellan, Celluloid und mehr
Alte Puppen sind oft mehr als Erinnerungsstücke. Je nach Material, Hersteller und Zustand können sie für Sammler interessant sein. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Puppe einordnen und was beim Verkauf wichtig ist.
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Welches Material hat Ihre Puppe?
Der erste Schritt ist die Bestimmung des Materials, denn daraus ergibt sich meist schon eine grobe Zeit. Puppen mit Köpfen aus Porzellan wurden vor allem vom späten 19. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt. Meist handelt es sich um Biskuitporzellan, also unglasiertes Porzellan mit matter, hautähnlicher Oberfläche. Ältere Puppen mit glasiertem, glänzendem Porzellankopf sind seltener.
Daneben gibt es Puppen aus Masse, einer gepressten Mischung aus Papier, Leim und anderen Stoffen, sowie Puppen aus Celluloid, einem frühen Kunststoff. Später folgten Puppen aus Gummi, Vinyl und Hartplastik. Stoffpuppen bilden eine eigene Gruppe, zu der zum Beispiel die bekannten Puppen von Käthe Kruse gehören.
- Biskuitporzellan: matt, kühl, schwer, oft mit Glasaugen
- Glasiertes Porzellan: glänzend, häufig mit aufgemaltem Haar
- Masse: leichter, Oberfläche mit feinen Rissen möglich
- Celluloid: sehr leicht, dünnwandig, klingt hohl
- Stoff: genähter Körper und Kopf, oft bemalt
- Hartplastik und Vinyl: meist Nachkriegszeit
Kopfmarken und Hersteller
Bei Porzellanpuppen steht die wichtigste Information meist im Nacken unter der Perücke. Dort findet sich oft eine eingeprägte Marke mit Herstellerkürzel, Formnummer, Größenangabe und häufig dem Wort „Germany“. Bekannte deutsche Hersteller sind etwa Armand Marseille, oft mit den Buchstaben „A.M.“ gekennzeichnet, Simon & Halbig, Kämmer & Reinhardt, J. D. Kestner oder Heubach. Aus Frankreich sind vor allem Jumeau und Bru bekannt.
Die Perücke ist oft nur aufgeklebt. Heben Sie sie bitte nicht gewaltsam ab, um die Marke zu sehen. Häufig lässt sich der Rand vorsichtig anheben oder die Marke ist schon von hinten erkennbar. Bei Celluloidpuppen ist die bekannteste Marke die Schildkröte in einer Raute der Firma Schildkröt, meist am Nacken oder Rücken eingeprägt.
Die Formnummer ist für Sammler besonders aufschlussreich. Viele Hersteller haben dasselbe Gesicht über Jahre in großen Stückzahlen produziert, während andere Formen nur kurz oder in kleiner Zahl entstanden. Notieren Sie deshalb alle Zahlen und Buchstaben vollständig, auch wenn sie Ihnen unwichtig erscheinen. Eine fehlende oder unleserliche Marke bedeutet nicht automatisch, dass die Puppe unbedeutend ist, denn manche Hersteller haben ihre Köpfe gar nicht oder nur mit Zahlen gekennzeichnet.
Körper, Augen und Kleidung
Neben dem Kopf ist der Körper wichtig. Viele Porzellanpuppen haben Gliederkörper aus Masse und Holz mit beweglichen Armen und Beinen, die innen mit Gummizügen verbunden sind. Andere haben Lederkörper oder Stoffkörper. Ein originaler, zur Puppe passender Körper ist mehr wert als ein später ausgetauschter.
Schlafaugen aus Glas, die sich beim Hinlegen schließen, waren ein beliebtes Merkmal. Echtes Haar oder Mohair bei der Perücke, originale Schuhe, Unterwäsche und Kleidung aus der Entstehungszeit erhöhen die Attraktivität für Sammler. Kleidung, die später nachgenäht wurde, ist kein Problem, sollte aber nicht als original bezeichnet werden.
Zu vielen Puppen gehörte früher umfangreiches Zubehör. Puppenwagen, Puppenbetten, kleine Koffer mit Wechselkleidung oder ein Originalkarton mit Herstelleraufdruck runden ein Angebot ab und sollten zusammen mit der Puppe angeboten werden.
Den Zustand ehrlich beurteilen
Bei Porzellanköpfen sind Haarrisse, Abplatzungen und geklebte Stellen die wichtigsten Punkte. Halten Sie den Kopf gegen das Licht, dann werden feine Risse oft sichtbar. Bei Celluloid verfärbt sich das Material mit der Zeit, wird spröde und kann eingedrückt werden. Masse neigt zu Abplatzungen der Farbschicht und zu Rissen.
Bitte lagern Sie Celluloidpuppen kühl und fern von Wärmequellen, denn das Material ist leicht entflammbar. Reinigen Sie Porzellan höchstens trocken mit einem weichen Pinsel. Wasser kann aufgemalte Wangen oder Augenbrauen ablösen und Masseteile aufweichen.
- Haarrisse im Porzellankopf, besonders an Augen und Stirn
- Ausgetauschte Körperteile oder Hände
- Locker gewordene Gummizüge
- Verblasste oder übermalte Bemalung
- Fehlende Finger oder abgeplatzte Zehen
So verkaufen Sie Ihre Puppen an Ankauf Allerlei
Fotografieren Sie jede Puppe einmal ganz und einmal die Marke im Nacken. Auch Etiketten an Kleidung oder Körper sind hilfreich. Mit diesen Bildern können wir Ihnen über WhatsApp, per E-Mail oder nach einer Anfrage über das Formular eine erste unverbindliche Einschätzung geben, und wir erklären Ihnen, wie sie zustande kommt.
Eine Puppensammlung oder mehrere Puppen mit Zubehör wie Puppenwagen und Kleidung kaufen wir gern im Ganzen. Wir besuchen Sie auf Wunsch zu Hause und zahlen bar. Einzelne Puppen können Sie auch gut verpackt per Paket schicken, mit Ihren Kontaktdaten und Ihrer Bankverbindung auf einem beiliegenden Zettel.
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Häufige Fragen
Wo finde ich die Herstellermarke bei einer Porzellanpuppe?
Meist im Nacken unter der Perücke, manchmal auch auf der Schulterplatte. Dort stehen oft Herstellerkürzel, Formnummer und Größe. Heben Sie die Perücke nur vorsichtig am Rand an.
Sind Celluloidpuppen für Sammler interessant?
Ja, vor allem gut erhaltene Puppen bekannter Hersteller wie Schildkröt. Eindellungen, Risse und starke Verfärbungen mindern den Wert. Bewahren Sie sie bitte kühl und fern von Hitze auf.
Lohnt sich der Verkauf einer Puppe mit beschädigtem Kopf?
Das hängt vom Hersteller und der Art des Schadens ab. Auch beschädigte Puppen oder einzelne Körper und Köpfe werden von Sammlern und Restauratoren gesucht. Senden Sie uns am besten Fotos, dann sagen wir es Ihnen.
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